Trainingsbelastung im Fußball mit RPE steuern
Die Session-RPE-Methode ist einfach, kostet nichts und ist wissenschaftlich gut untersucht. So setzen Trainer sie im Vereinsalltag ein.
Kurz erklärt
RPE (Rating of Perceived Exertion) ist die subjektive Bewertung, wie anstrengend ein Training war – meist auf der BORG-CR10-Skala von 0 bis 10. Multipliziert mit der Trainingsdauer in Minuten ergibt sich der Session-Load, z. B. RPE 6 × 90 Minuten = 540 Einheiten. Eine Studie mit Nachwuchsfußballern zeigte deutliche Zusammenhänge mit herzfrequenzbasierten Messungen.
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Was ist RPE?
RPE steht für Rating of Perceived Exertion – die wahrgenommene Anstrengung. Der schwedische Psychologe Gunnar Borg hat dafür Skalen entwickelt, die bis heute Standard sind: die klassische RPE-Skala von 6 bis 20 und die CR10-Skala von 0 (Ruhe) bis 10 (maximale Anstrengung). Im Mannschaftssport wird meist die CR10-Skala verwendet, weil sie leicht zu verstehen ist.
Die Session-RPE-Methode
Carl Foster und Kollegen stellten 2001 eine Methode vor, mit der sich die Belastung unterschiedlicher Trainingsformen vergleichbar machen lässt: Die RPE-Bewertung der gesamten Einheit wird mit ihrer Dauer multipliziert. Das Ergebnis ist der Session-Load in „arbitrary units“ (AU).
Session-Load = RPE (0–10) × Dauer in Minuten
Rechenbeispiel für eine Trainingswoche
| Einheit | RPE | Minuten | Session-Load (AU) |
|---|---|---|---|
| Dienstag – Training | 6 | 90 | 540 |
| Donnerstag – Training | 7 | 75 | 525 |
| Freitag – Abschlusstraining | 3 | 60 | 180 |
| Sonntag – Spiel | 8 | 90 | 720 |
| Woche gesamt | 315 | 1.965 |
Was die Forschung zeigt
- Im Fußball erprobt: Impellizzeri und Kollegen werteten 2004 insgesamt 479 Trainingseinheiten von 19 Nachwuchsfußballern (Durchschnittsalter 17,6 Jahre) aus. Der Session-RPE korrelierte bei allen Spielern signifikant mit herzfrequenzbasierten Belastungsmaßen (r = 0,50 bis 0,85).
- Weit verbreitet: Laut einer Übersichtsarbeit von Haddad und Kollegen (2017) wurde die Methode seit 2001 bis Ende 2016 in rund 950 Studien eingesetzt.
- Ohne Technik: Anders als Herzfrequenz- oder GPS-Messung braucht die Methode keine Geräte – nur eine ehrliche Antwort pro Spieler und Einheit.
So setzen Trainer RPE im Verein ein
- Skala erklären: Einmal mit dem Team durchgehen, was 0, 5 und 10 bedeuten.
- Immer gleich abfragen: Etwa 30 Minuten nach dem Training, einzeln und nicht vor der Gruppe.
- Dauer festhalten: Die tatsächliche Trainingszeit inklusive Aufwärmen, nicht die geplante.
- Wochen vergleichen: Starke Sprünge der Wochenbelastung oder ungewöhnlich hohe Werte einzelner Spieler sind ein Anlass für ein Gespräch – keine automatische Diagnose.
- Datenschutz beachten: Belastungsdaten sind Gesundheitsdaten. Bei Minderjährigen braucht es die Einwilligung der Eltern.
RPE in TeamTacs
In TeamTacs bewerten Spieler nach dem Training in der Mobile App ihre Belastung und wie viel Spaß die Einheit gemacht hat. Trainer sehen die Rückmeldungen ausgewertet und erkennen Trends in der Belastung ihres Teams – ohne Zettel oder Umfragen im Gruppen-Chat. Mehr auf der Seite TeamTacs für Trainer.
Häufige Fragen
Quellen
- Foster C. et al. (2001): A new approach to monitoring exercise training. J Strength Cond Res 15(1)
- Borg G. (1982): Psychophysical bases of perceived exertion. Med Sci Sports Exerc 14(5):377–381
- Impellizzeri F. M. et al. (2004): Use of RPE-based training load in soccer. Med Sci Sports Exerc 36(6):1042–1047
- Haddad M. et al. (2017): Session-RPE Method for Training Load Monitoring. Front Neurosci 11:612
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